Welches Obst auf dem Balkon?

Einen Apfelbaum in einen Kübel pflanzen?

So gelingt der Obstanbau auf dem Balkon.

Obst auf dem Balkon: Welches Obst ist für den Balkon geeignet?

Auch ohne Garten können Hobbygärtner sich über frisches Obst aus eigenem Anbau freuen. Denn viele Obstsorten gedeihen auch in Balkonkästen und Kübeln ganz wunderbar. Welches Obst für den Balkon geeignet ist und unter welchen Bedingungen die besten Erträge zu erwarten sind, lesen Sie hier.

Inhalt

Obst pflanzen auf dem Balkon: Die Grundlagen

Obst im Topf zu ziehen, ist keine neue Erfindung. Schon im 18. Jahrhundert kultivierte der Adel Obst in Kübeln, um es direkt von der gedeckten Tafel aus zu pflücken. Und auch wer heute in Balkonkästen oder Kübeln Obst auf dem Balkon anbaut, kann im Sommer ausgiebig naschen. Was braucht man dafür?

  • Je nach Pflanzenart einen Balkonkasten oder einen grossen Kübel von mindestens 20 cm Durchmesser und so viel Fassungsvermögen, wie die Pflanze zum Wachsen braucht. Wichtig bei beiden Gefässen sind Ablauflöcher für das Wasser.
  • Früchte brauchen viel Licht. Ideal sind bis zu 6 Sonnenstunden täglich. Allerdings ist auf einem Südbalkon Vorsicht geboten: Stehen die Pflanzen zu lange ungeschützt in der Sonne, kann ihnen Trockenheit zu schaffen machen. Nützlich sind in diesem Fall einige Schattenspender.
  • Obstpflanzen brauchen viel Wasser. Giessen Sie deshalb häufig, am besten morgens oder vormittags, damit die Pflanze das Wasser direkt verwertet. Giessen Sie abends, bleibt die Erde häufig über Nacht feucht, was Pilzbefall zur Folge haben kann.
  • Um zu wachsen braucht Obst ausser Wasser auch viele Nährstoffe. Deshalb ist ein hochwertiges Pflanzensubstrat, das Wasser und Nährstoffe gut speichert, ideal. Welche Erde das Obst im Kübel braucht, hängt von den Pflanzen ab. So eignet sich für Obstgehölz zum Beispiel ein Substrat mit Blähton am besten. Grundsätzlich empfiehlt sich für Nutzpflanzen Bio-Erde, die mit ökologischem Langzeitdünger präpariert ist. Muss zwischendurch gedüngt werden, sollten Sie auf reifen Kompost als organisches Düngemittel zurückgreifen.

Kasten oder Kübel: Welches Obst für den Balkon?

Erstaunlich viele Obstsorten lassen sich mit geringem Aufwand auf dem Balkon ziehen. Am beliebtesten und pflegeleichtesten sind Erdbeeren. Ob im Kübel oder im Balkonkasten: Um zu gedeihen brauchen die köstlichen Früchte lediglich einen sonnigen Standort und ausreichend Platz in humusreicher und lockerer Erde. Setzen Sie die Jungpflanzen im Abstand von 30 cm in die Erde und versorgen Sie sie stets mit ausreichend Wasser. Mehr Pflegeaufwand ist in der Regel nicht erforderlich, weshalb dieses Obst für den Balkon vor allem bei Einsteigern beliebt ist.

Für die Zucht auf dem Balkon eignen sich Hängeerdbeeren oder Monatserdbeeren, die während der gesamten Gartensaison geerntet werden können. Anstatt Jungpflanzen zu setzen können Sie auch Erdbeersamen säen. Diese sollten jedoch zunächst in einer mit Klarsichtfolie bedeckten Schale mit Anzuchterde vorkeimen, bevor sie direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt werden.

Ausser Erdbeeren sind auch Himbeeren, Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren für den Anbau im Balkonkasten oder Kübel geeignet. Spezielle Sorten, die relativ klein bleiben, machen dies möglich. Allerdings hat jedes Obst andere Ansprüche. So brauchen Heidelbeeren zum Beispiel weniger Licht, dafür aber saure Erde.

Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen oder Pflaumen aus eigener Ernte? Auch solches Obst kann auf dem Balkon gedeihen. Obstbaumschulen bieten Mini-Züchtungen von Baumobstarten an, die sich dank ihrer Kleinwüchsigkeit und Robustheit gut mit einem Leben im Kübel arrangieren. Auf sonnigen Südbalkonen können Sie sogar Südfrüchte wie Kiwis, Zitronen und Orangenziehen. Allerdings brauchen Obstgehölze viel Aufmerksamkeit. Wässern, Düngen und permanente Schädlingskontrolle sind obligatorisch. Im Winter müssen die Zwergbäumchen vor der Kälte geschützt werden. Am besten ist es, sie zum Überwintern an einer gut geschützten Stelle im Garten einzugraben. Wer keinen Garten hat, verpackt den Kübel in Vlies sowie Folie und stellt ihn in den sicheren Schatten einer Hauswand.

Tipp: Obst auf dem Balkon pflanzen kann man auch in Kombination mit dekorativen Balkonpflanzen. Duftsteinrich und Goldtaler lassen sich problemlos unterpflanzen, weil sie klein bleiben und das Obst nicht im Wachstum einschränken.

Für grosse Balkone: Was ist Säulenobst?

Auf die Frage, welche (Nutz-)Pflanzen sich gut für den Balkon eignen, wird oft Säulenobst empfohlen. Dabei handelt es sich um schmal wachsende Obstbäumchen, die in Baumschulen auf schwach wachsenden Unterlagen veredelt werden und sich somit gut für den Anbau in Kübeln und Töpfen eignen. Da Säulenobstbäume bis zu 2 m hoch werden können, eignen sie sich vor allem für grosse Balkone oder Dachterrassen. Nur wenige Obstsorten wachsen von Natur aus schmal in die Höhe, deshalb gehört zur Säulenobstpflege der Schnitt. Seitentriebe sollten je nach Obstart entweder direkt am Stamm abgeschnitten oder auf eine Länge von 10 bis 15 cm gekürzt werden, wie das zum Beispiel bei Säulenbirne und -kirsche der Fall ist.

Säulenobstbäume sind pflegeleicht und ertragreich. Werden sie in einen grossen Kübel – ideal sind mindestens 40 l Fassungsvermögen – in einem lockeren Erde-Kompost-Gemisch gepflanzt, erhalten sie konstant Nährstoffe und Feuchtigkeit und müssen nur etwa alle 5 Jahre umgetopft werden. Werden die Bäume regelmässig gewässert und gedüngt, sind schon im zweiten Standjahr Erträge zu erwarten. Allerdings ist Säulenobst auch für Ertragsschwankungen bekannt. Wurden in einem Jahr sehr viele Früchte geerntet, kann es passieren, dass ein Bäumchen im nächsten Jahr überhaupt keinen Ertrag bringt. Um dem vorzubeugen empfehlen Gärtner, nicht mehr als 30 Früchte pro Jahr ausreifen zu lassen und den Rest im Frühsommer zu entfernen.

Ob Äpfel, Birnen, Kirschen, Aprikosen, Pflaumen oder Kiwi: Mit Säulenobst kann der Traum vom eigenen Obstbaum auch ohne grossen Garten wahr werden.

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