Orchidee

Der tropische Nachtfalter
unter den
Zimmerpflanzen

Die exotische Orchidee ist mit etwa 20'000 wilden Arten und 70'000 Züchtungen eine der artenreichsten Pflanzenfamilien überhaupt. Wenngleich sie als empfindlich bekannt ist, erfreut sie sich wegen ihrer Blütenpracht als Zimmerpflanze einer grossen Beliebtheit.

Inhalt

Orchidee als Zimmerpflanze: Verlockende Vielfalt

Die Zimmerorchideen haben ihre Heimat in subtropischen und tropischen Regionen. Dort haben sie sich an Standorte angepasst, mit denen andere Gewächse nicht zurechtkommen. Die meisten Orchideenblüten sind sehr imposant und fallen durch ihre Zeichnung und Farbe auf. Einige Varianten duften sogar. So sollen Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge, Käfer, Vögel und Fledermäuse angelockt werden. Manche Blüten sind sogar als weibliche Insekten getarnt, um die Männchen zu bezirzen und die Pollen zu übertragen. Die verlockende Vielfalt der Orchideen liegt also vor allem daran, dass sie sich an die schwierigen Bedingungen in ihrer Heimat angepasst haben.

 

Die Orchidee  – warum sie so beliebt ist

Es gibt viele Gründe, die dafür sorgen, dass die Orchidee derart beliebt ist. Zum einen ist ihre Blühdauer natürlich unschlagbar. Gerade die Phalaenopsis blüht lange und häufig, weshalb sie auch der Klassiker unter den Orchideen ist. Andere Züchtungen blühen zwar nur einmal im Jahr, aber trotzdem ausdauernd. Darüber hinaus zeigt sich die Orchidee als relativ pflegeleicht, wenn man ihr einen geeigneten Standort bietet und weiss, was sie benötigt. Dazu kommt noch, dass die Orchidee als Zimmerpflanze gewissermassen süchtig macht: Hat man einmal mit dem Sammeln angefangen, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass man weitere Exemplare für die Fensterbank kauft.

Gesunde Orchidee kaufen – worauf es ankommt

Um sich lange an den prächtigen Blüten der Orchidee erfreuen zu können, sollte man schon beim Kauf genau aufpassen. Zunächst sieht man sich die Wurzeln der Pflanze an. Wenn sie gesund ist, sind die Wurzeln weiss bis hell- oder dunkelgrün und weisen eine feste Struktur auf. Schwarze, braune oder schleimige sowie sehr vertrocknete Wurzeln sind jedoch ein Indiz dafür, dass es der Pflanze nicht gut geht. Dann sollte man lieber vom Kauf absehen. Haben die Blätter Löcher oder braune Stellen, ist die Orchidee möglicherweise von Schädlingen befallen. Bei gesunden Pflanzen ist das Blattwerk gleichmässig, satt grün und fest.

Die richtige Wassermenge: das A und O der Orchideenpflege

Bei der Standortwahl sollte man darauf achten, dass die Pflanzen keine pralle Sonne mögen. Eine Fensterbank, die in Richtung Osten oder Westen ausgerichtet ist, eignet sich am besten. Das Giessen erfolgt am besten mit weichem Wasser wie Regenwasser, das eine lauwarme Temperatur hat. Man sollte die Pflanzen lieber zu wenig als zu viel giessen, weil sie mit kurzen Trockenperioden besser zurechtkommen als mit Staunässe. Giessen sollte man erst, wenn der Wurzelballen trocken ist. Stehendes Wasser begünstigt Pilzbefall. Da die Gewächse eine hohe Luftfeuchtigkeit lieben, kann man sie auch regelmässig mit einem Blattpflegemittel einsprühen.

Tipp: Orchidee aus dem Übertopf nehmen und die ganzen Wurzelballen wöchentlich eine Viertelstunde in ein Wasserbad stellen. Pflanze wieder gut abtropfen lassen.

Orchideen schneiden und düngen – aber wie?

Der Klassiker unter den Orchideenpflanzen ist die Phalaenopsis. Sie blüht oft mehrfach am selben Blütenstängel. Wenn die Blüten abgefallen sind, schneidet man die getrockneten Triebe direkt über dem dritten Auge mit der Schere ab. Dann kann der Stängel noch zwei- oder dreimal austreiben, bevor er abstirbt. Regelmässige Nährstoffe sind ebenfalls wichtig, damit die Pflanze viele Blüten bildet. In der Blüte- und Wachstumszeit kann daher regelmässig ein spezieller Orchideendünger eingesetzt werden. Er ist perfekt auf die Anforderungen der exotischen Pflanzen abgestimmt und versorgt sie mit allen Nährstoffen, die sie benötigen.

Blattpflege

Das tropische Klima, aus dem die meisten Orchideen stammen, hat eine hohe Luftfeuchtigkeit. Mit der «Blattpflege für Orchideen», die auf die Blätter aufgesprüht wird, hält man sie feucht und erhöht so die Blühfreudigkeit der Pflanze. Gleichzeitig werden Kalkflecken verhindert und es setzt sich weniger Staub ab.

Substrat und Töpfe

Das Substrat im Topf der Orchidee besteht aus Holzrinden, ein besonders wasserdurchlässiges Material, das aber eine kleine Menge an Feuchtigkeit zurückbehält. Der typische Orchideen-Kulturtopf ist ein ausgesprochen löchriges Plastikgefäss mit 5 mm hohen Stelzfüssen, das einen guten Wasserabfluss erlaubt. Ein Übertopf hält nicht nur das überschüssige Giesswasser zurück, sondern er ist auch in allen Grössen und Farben erhältlich – so setzen Sie farbliche Akzente in Ihrem Zuhause.

Umtopfen Schritt für Schritt

Den neuen Topf nicht zu gröss wählen. Rund um die Wurzeln 1 bis 2 cm Platz freihalten, sonst bildet sich zu grosses Wurzelwerk und die Triebkarft der Plfanze bringt vor allem Blätter hervor statt Blüten. Am besten im Frühjahr umtopfen, wenn die Orchidee verblüht ist und bevor die Wachstumsphase der Pflanze erneut einsetzt. Umtopfen ist aber auch im Spätsommer oder Frühherbst möglich.

  1. Orchideenwurzeln vorsichtig aus dem alten Topf lösen und altes Substrat vorsichtig entfernen.
  2. Abgestorbene Wurzelteile mit einer Schere abtrennen.
  3. Einen neuen oder gereinigten Topf mit etwas Orchideennerde füllen.
  4. Den Wurzelballen vorsichtig auf das Substrat setzen und mit Orchideensubstrat auffüllen.
  5. Topf leicht auf einen harten Untergrund klopfen, damit sich das Substrat gleichmässig um die und zwischen den Wurzeln verteilt.
  6. Verblühte Stiele über dem zweiten Auge (Knospenansatz) abschneiden.
  7. Gleich nach dem Umtopfen etwas besprühen, aber erst nach 3–4 Tagen giessen.

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Profi-Tipps

Auch wenn die Orchidee als Dauerblüher bezeichnet wird, hat sie eine Ruhephase, in der sie nicht blüht.

Wenn die Orchidee gar nicht mehr blühen will, liegt dies meist an einer verpassten Kühlperiode. Stellen Sie Ihre Orchidee für 6 Wochen an ein kühles Nordfenster.

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