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Der passende Velositz für Kinder

Mit Kind auf dem Velo

Für Kinder welchen Alters eignet sich ein Velositz und wie wird er am besten angebracht?

Den passenden Kindersitz fürs Velo finden

Auch im Zeitalter von Lastenrad und Veloanhänger sind Kindervelositze immer noch gefragt. Denn bei kurzen Fahrten zum Kindergarten oder Spielplatz sind sie die einfachste Lösung, um sein Kind auf dem Velo mitzunehmen. Wir verraten Ihnen, worauf es bei der Auswahl des Kindersitzes ankommt und was Sie beachten sollten, damit die erste Veloerfahrung Ihres Kleinen zum Erfolg wird.

Inhalt

Ein Kindersitz fürs Velo: Ab welchem Alter zu empfehlen?

Kindervelositze eignen sich für Kinder zwischen mindestens 9 Monaten und maximal 7 Jahren. Entscheidend ist dabei weniger das Alter des Kindes als vielmehr seine Fähigkeit, stabil zu sitzen. Einige können das schon mit 9 Monaten, andere erst mit einem Jahr. Einige Orthopäden raten sogar, so lange mit dem Velofahren zu warten, bis das Kind gut laufen kann. Dann sei es am besten in der Lage, seine Rumpf- und Kopfhaltung selbstständig zu kontrollieren.

Neben einer gut entwickelten Muskulatur ist auch das Gewicht des Kindes entscheidend. Der typische Kindervelositz, der hinten angebracht wird, wie etwa der Heckkindersitz von Römer, ist für Kinder mit einem Gewicht von 9 bis 22 kg konzipiert. Für einen Kindervelositz, der vorne angebracht wird, gilt dagegen schon eine Höchstgewichtsgrenze von 15 kg. Nur wenn Sie sich an diese gesetzlich geregelten Zulassungsgrenzen halten, ist eine sichere Fahrt gewährleistet. 

Befestigung des Sitzes: Kindervelositz vorne oder hinten?

Bei der Montage des Kindersitzes am Velo kommen grundsätzlich zwei Möglichkeiten in Betracht: die Befestigung hinter dem Sattel oder die Befestigung vorne zwischen Lenker und Fahrer. Beide Varianten haben Ihre Vor- und Nachteile:

  • Kindervelositz vorne befestigen: Wenn es der Velotyp ermöglicht, kann ein Velositz für Kleinkinder mittels einer Schelle vorne am Rahmenrohr befestigt werden. Wichtig dafür ist, dass die Schellengrösse zum Rahmen passt. Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass Sie Ihr Kind immer im Sichtfeld haben und besser mit ihm kommunizieren können. Ihr Sprössling sieht mehr von seiner Umwelt und der Schwerpunkt des Velos ist zentrierter. Andererseits kann diese Position auch die Fahrstabilität beeinträchtigen. Zum Beispiel wenn die Bewegungsfreiheit Ihrer Beine eingeschränkt ist oder Ihr Kind Sie beim Fahren ablenkt. Zu bedenken ist auch, dass Ihr Kind dem Fahrtwind und Wettereinflüssen wie Schnee oder Regen stärker ausgesetzt ist als hinten, weshalb sich zusätzlich die Anbringung einer Windschutzscheibe lohnen kann.
  • Kindervelositz hinten anbringen: Kinder über 15 kg müssen hinten im Velositz mitfahren. Dafür wird eine separate Halterung am Sattelrohr angeschraubt. In diese Halterung hängt man mittels eines Stecksystems den Kindersitz ein. Die zwei Metallstäbe, die sich einfach in die Halterung schieben lassen, können genauso einfach wieder aus der Halterung genommen werden, wenn man den Kindervelositz einmal nicht braucht. Die zwei Stäbe stellen ausserdem sicher, dass sich der Sitz nicht drehen kann. In den meisten Fällen überwiegen die Vorteile des Heckkindersitzes gegenüber denen des Frontsitzes: Durch die lange Rückenlehne, die hinten die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigt, sind Kopf und Rücken des Kindes besser abgestützt. Das Kind kann sich freier bewegen, ohne den Fahrer einzuschränken. Kommt es zu einem Sturz, ist die Gefahr geringer, dass der Fahrer auf das Kind fällt. Ein Nachteil ist hingegen, dass Sie Ihr Kind während der Fahrt nicht im Blick haben. Ein Rückspielgel kann da Abhilfe schaffen. Ein solcher Velokindersitz lässt sich auch ohne Gepäckträger anbringen.

Worauf Sie bei der Auswahl des Velositzes achten sollten

Kindervelositze bestehen in der Regel aus Kunststoff. Dieser ist leicht, flexibel und im Idealfall so widerstandsfähig, dass er auch bei starker Kälte oder Sonneneinstrahlung nicht spröde oder brüchig wird. Achten Sie beim Kauf Ihres Kindervelositzes darauf, dass dessen Material frei von Weichmachern und Schadstoffen ist. Zur Orientierung dienen Ihnen TÜV- oder GS-Siegel.

Achten Sie ausserdem auf die Grössenangaben des Herstellers, damit der Sitz auch optimal zu Ihrem Velo passt. Entscheidend für die Montage ist der Rohrdurchmesser. Aber auch die Zollgrösse des Velos sowie die Anbaumasse zur Sattelstange oder zum Gepäckträger sollten zu den Herstellerangaben passen. 

Safety first: Das zeichnet einen sicheren Velositz für Kleinkinder aus

Neben der Funktionalität kommt es bei einem Kindervelositz – egal ob vorne oder hinten – vor allem auf die Sicherheit an. Damit diese gegeben ist, sollten Sie auf folgende Ausstattungsmerkmale achten:

  • Anschnallgurt: Egal wie kurz die Strecke auch ist, das Kind sollte immer angeschnallt sein und einen Velohelm tragen.
  • Eine Auflage für die Füsse sollte selbige von den Speichen fernhalten. Noch sicherer ist es, wenn sie mit einem Band fixiert werden können. Grössenverstellbare Sicherheitsgurte und Fussrasten wachsen mit dem Kind mit, so dass Sie den Sitz lange Zeit nutzen können.
  • Dicke und fest angebrachte Polsterungen dämpfen die Stösse und bieten Ihrem Nachwuchs mehr Komfort während der Fahrt.
  • Ein Zweibeinständer bietet einem Velo mit Kindersitz beim Abstellen mehr Sicherheit. Dennoch sollten Sie es vermeiden, Ihr Kind allein auf dem Velo zu lassen.
  • Kinder sind neugierig. Ein Klemmschutz verhindert, dass sie sich ihre Finger in den Sattelfedern einklemmen.
  • Die Verkehrssicherheit des Velos ist oberste Voraussetzung für die Beförderung eines Kindes: Funktionierende Beleuchtung, ausreichend viele Reflektoren und gute Bremsen sind obligatorisch.

Veloanhänger: Eine Alternative zum Velositz für Kleinkinder

Ein Kindervelositz ist ideal für Ausflüge mit wenig Gepäck bei gemässigten Temperaturen. Ist das Wetter jedoch kalt und ungemütlich, und gibt es viel zu transportieren, ist das Kind im Veloanhänger besser aufgehoben. Dieser bietet reichlich Stauraum, und es können auch schon mal zwei Kinder mitfahren – in einer Autoschale sogar schon die Kleinsten. Ein wichtiger Vorteil ist zudem, dass die Kinder bei einem Sturz unbehelligt bleiben.

Auf der anderen Seite hat die Bodennähe den Nachteil, dass der Nachwuchs auf viel befahrenen Strassen, wo der Veloanhänger ohnehin schnell zum Hindernis wird, unmittelbar den Abgasen ausgesetzt ist. Der Anhänger nimmt viel Platz ein und benötigt dementsprechend eine grosse Abstellfläche. Ob ein Velositz oder ein Veloanhänger die bessere Wahl ist, hängt also immer auch davon ab, auf welchen Strassen Sie sich bewegen und wie lang die Strecken sind: Es muss jedoch keine Entweder-oder-Entscheidung sein. Ein Veloanhänger kann eine sinnvolle Ergänzung zum Velositz sein.

Tipp: Sowohl der Anhänger als auch der Velositz für Kleinkinder sollten immer diebstahlsicher abgeschlossen werden.

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