Vögel ganzjährig füttern

Das Füttern wildlebender Vögel ist erst seit etwa 200 Jahren bei uns gebräuchlich. Damals war es eigentlich gar nicht notwendig: In ihren seinerzeit noch weitgehend natürlichen Lebensräumen fanden Wildvögel genügend Insekten, Samen, Beeren und vieles mehr. Die zunehmende Urbanisierung und der Anbau von Monokulturen erschweren aber unseren heimischen Wildvögeln die Futtersuche mehr und mehr. Deshalb ist das Füttern eine überlebenswichtige Basis. Und das über das ganze Jahr: Durch die Aufzucht der Jungvögel besteht auch im Frühjahr und Sommer ein hoher Energiebedarf. Vom kleinen Vogelhaus auf der Fensterbank bis zum Grossraum-Silo im Garten kannst du einen entscheidenden Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

Mit Nistkästen Brutstätten schaffen

Natürliche Nistgelegenheiten sind für Höhlenbrüter immer schwieriger zu finden, denn morsche Bäume oder verwitterte Gemäuer werden von ordnungsliebenden Menschen mit Beharrlichkeit entfernt. Hier bieten Nistkästen eine gute und wichtige Alternative für diese Vogelarten. Drei bis fünf solcher Ersatzbehausungen lassen sich pro Hektar anbringen, um beispielweise Kohl- und Blaumeisen, Haussperlingen oder Kleibern ein Zuhause zu bieten. Mit dieser überschaubaren Anzahl an Nistplätzen stellst du sicher, nicht das Revierverhalten der Vögel zu stören. Achte beim Anbringen zudem darauf, dass der Nistkasten möglichst nach Osten ausgerichtet ist und sich im Laufe des Tages weder gänzlich im Schatten noch in der prallen Mittagssonne befindet. Und natürlich solltest du die Nistkästen nach Gebrauch (etwa ab Ende August) gründlich reinigen, um die Gesundheit der nächsten gefiederten Bewohner zu schützen.

Das optimale Futter für Körner- und Weichfutterfresser

Man weiss nie genau, welche Vogelarten an deiner Futterstelle vorbeikommen werden. Ein solides Futterangebot setzt sich aus vier Hauptbestandteilen zusammen:

  • Streufutter mit vielen Sonnenblumenkernen, Erdnüssen, Hanf und etwas Getreide
  • Fettfutter mit Hafer- und Weizenflocken
  • Meisenknödel oder selbst gemachte Fettfutterspender
  • Apfelstücke für Amseln, Grünspechte u. a.

Körnerfresser erkennst du an ihrem kräftigen Schnabel, der kurz und dick geformt ist. Damit können die Vögel wunderbar Schalen knacken, um an nahrhafte Samen zu gelangen. Weichfutterfresser hingegen verfügen über einen eher spitzen und zierlichen Schnabel, mit dem sie im Frühling und Sommer auf Früchte, Insekten und Weichtiere Jagd machen.

Das Vogelhäuschen als Futterstelle

Um Vögel artgerecht zu füttern, ist es wichtig, sicherzustellen, dass das Futter weder verunreinigt noch aufgeweicht wird. Hierzu eignen sich klassische Vogelhäuschen wunderbar. Unter dem Dach des Vogelhäuschens kann das Futter vor Regen und Schnee geschützt angeboten werden und ist den Vögeln dennoch jederzeit frei zugänglich. Allerdings solltest du bei der Verwendung eines Vogelhäuschens darauf achten, das Futter täglich neu auszulegen, eventuelle Futterreste vom Vortag zu entsorgen und das Häuschen regelmässig zu reinigen. Zum Schutz der Vögel wähle zudem am besten einen höher gelegenen, gut überschaubaren Standort für das Vogelhäuschen, damit die fressenden Vögel nicht zu leichter Beute für Katzen und andere Raubtiere werden.

Nützliche Tipps für die Urlaubszeit

Beim ganzjährigen Füttern von Wildvögeln ist Kontinuität gefragt. Aber keine Sorge: Für die Urlaubszeit gibt es verschiedene Lösungen, die dich ganz entspannt in die Ferien fahren lassen. Ein Grossraum-Silo etwa kann eine grosse Menge an Futter vorhalten. Am besten schaust du vorher, wie viel Futter deine gefiederten Freunde im Zeitraum deiner Abwesenheit benötigen, und suchst danach die Grösse des Silos aus. Fett- oder andere Meisenknödel sind ebenfalls gut geeignet, sollten aber im Schatten hängen, damit sie nicht zu weich werden. Ein Erdnussspender sollte ohnehin an keiner Futterstelle fehlen – über ihn freuen sich besonders viele Vogelarten.

Vögel im Winter füttern

Du möchtest einen Beitrag für unsere Wildvögel leisten, aber erst mal nur im Winter füttern? Auch gut. Am besten beginnst du damit im September. Dann sind die meisten Jungvögel flügge und bereits auf der Suche nach einem eigenen Revier. Viele von ihnen sind zu dieser Zeit mit ihren Eltern unterwegs und werden zu nahegelegenen Futterplätzen geführt, in deren Nähe sie sich dann später gerne ansiedeln. Zudem schauen sich Standvögel im Spätsommer nach passenden Winterquartieren um und lassen sich gerne von einer gut eingerichteten und zuverlässigen Futterstelle überzeugen. Bis in die Brutzeit solltest du die Fütterung fortführen.

Vögel ganzjährig richtig füttern

Vögel im Garten, auf dem Balkon oder am Fenster sind spannend zu beobachten und eine schöne Bereicherung. Hier erfährst du, wie du die gefiederten Gäste ganzjährig füttern kannst.

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